Elbphilharmonie, 17 Top-Konzerte

Stilistische Vielfalt beim Elbphilharmonie Sommer: 17 Top-Konzerte von Klassik über Filmmusik bis Elektro.

Kartalweb / Hamburg
4. April 2018


Klassik, Crossover, Live-Musik zu Stummfilmen, Jazz, World Music, Elektro und Pop: Die Mischung des diesjährigen Elbphilharmonie Sommers bietet vom 5. bis 31. August an 17 Abenden im Großen Saal der Elbphilharmonie Ohrenschmaus für so ziemlich jeden Musikgeschmack. Über knapp vier Wochen hinweg läuft ein ebenso extravagantes wie erfrischendes Musikprogramm für laue Sommernächte.

Das Klassik-Programm hebt am 5.8. mit dem YOA Orchestra of The Americas unter der Leitung von Carlos Miguel Prieto und mit der charismatischen Pianistin und Komponistin Gabriela Montero als Solistin am Klavier lateinamerikanisch an, bringt dann aber mit dem Estonian Festival Orchestra (15.8., Ltg. Paavo Järvi, Khatia Buniatishvili, Klavier), dem Bergen Philharmonic Orchestra (22.8., Ltg. Edward Gardner, Leif Ove Andsnes, Klavier) und dem Swedish Chamber Orchestra (31.8., Ltg. HK Gruber) dreimal nordeuropäische Orchesterkultur in die Elbphilharmonie. Auch die Performance der US-Sängerin Shara Nova, die seit zwölf Jahren für ihr Projekt The Brightest Diamond eine Musik zwischen Pop und Kammermusik kreiert, wird von einem skandinavischen Orchester begleitet, dem Aarhus Symfoniorkester (Ltg. Andreas Delfs). Die Musiker aus Dänemark spielen mit ihr überdies Kurt Weills »Sieben Todsünden« und ein Werk der US-Gegenwartskomponistin Sarah Kirkland Snider (23.8.). Komplettiert wird das Klassik-Aufgebot des Elbphilharmonie Sommers durch das Gustav Mahler Jugendorchester (30.8., Ltg. Lorenzo Viotti, Gautier Capuçon, Violoncello).

Vier Stummfilme aus den 1920er-Jahren mit vier ganz unterschiedlichen live-musikalischen Begleitungen markieren die Mitte des Sommer-Programms. Der deutsche Stummfilm »Hamlet« (1921) mit der dänischen Film-Diva Asta Nielsen in der Hauptrolle spielt eine überraschend zeitgemäß anmutende Variante von Shakespeares Königsdrama durch: Hamlet ist eine Frau. Die Musik zur restaurierten Fassung schuf das amerikanisch-europäische Duo Filmharmonia auf Basis von Werken der Bach-Söhne Carl Philipp Emanuel, Johann Christian und Wilhelm Friedemann (16.8.). Tags darauf macht ein Trio um den Jazz-Gitarristen Bill Frisell mit Tony Scherr, Bass, und Kenny Wollesen, Schlagzeug, in der Elbphilharmonie Station, um Stummfilme von Buster Keaton und Bill Morrison live zu vertonen (The Mesmerists, 17.8.). Richard Strauss‘ Oper »Der Rosenkavalier« war Gegenstand eines der letzten österreichischen Stummfilme (1925). Die dazugehörige Instrumentalmusik (von Strauss, aber nicht nur aus dem »Rosenkavalier«) spielen Mitglieder der Berliner Philharmoniker (18.8.). In »Die Frau, nach der man sich sehnt« (1929) brannte Marlene Dietrich sich erstmals als Femme fatale vom Dienst ins Bewusstsein des Filmpublikums ein. Für die Livemusik bei der Ausstrahlung des Films, der zum Zeitpunkt seiner Erstaufführung mit einem Jugendverbot belegt wurde, sorgt das luxemburgische Ensemble United Instruments of Lucilin mit dem Vibrafonisten Pascal Schumacher (19.8.).

Musikalische Wärme aus dem Südwesten und aus dem Südosten Europas tragen zwei World-Music-Künstler zum Elbphilharmonie Sommer bei: António Zambujo (8.8.) gehört zur jüngeren Generation des Fado aus Portugal, tags darauf bringt das Taksim Trio, das in Hamburg zuletzt 2016 in der Laeiszhalle zu Gast war, virtuose türkische Musik in den Großen Saal (9.8.). Unterstützt von seiner unwiderstehlich groovenden Band Super Étoile de Dakar setzt der große Sänger Youssou Ndour mit afrikanischem Pop dem Elbphilharmonie Sommer ein weiteres Glanzlicht auf (27.8.).

Independent-Pop gibt es mit dem Bandprojekt Get Well Soon des Songschreibers Konstantin Gropper (10.8.), und die deutschen Elektronik-Meister Mouse On Mars kehren nach ihrem Gastauftritt im Rahmen der Residenz von Bryce Dessner, dem Gitarristen von The National, im vergangenen Oktober als Headliner in die Elbphilharmonie zurück (24.8.). Jazz bietet der Elbphilharmonie Sommer mit Arturo O’Farrill & Afro Latin Jazz Octet (12.8.), die die breite stilistische Vielfalt des karibischen und lateinamerikanischen Jazz auffächern werden, sowie mit Napoli Trip, einem Band-Projekt des italienischen Pianisten Stefano Bollani, das er mit zwei Holzbläsern und einem Schlagzeuger zu ungeahnten Höhen ebenso unterhaltsamer wie gehaltvoll-virtuoser Improvisationskunst führen wird (29.8.).

Alle Konzerte finden statt im Großen Saal der Elbphilharmonie und beginnen um 20 Uhr. Sie werden veranstaltet von der Hamburg Musik GmbH, die Abende am 10., 12., 23. und 24. August verdanken sich einer Kooperation mit Kampnagel Internationales Sommerfestival. Das vollständige Programm ist ab sofort unter www.elbphilharmonie.de zu finden. Der Vorverkauf läuft.